Theater 2023

Aus einem Waschlappen wird ein unternehmungslustiger Bauer

VERGNÜGLICHER ABEND Kolping und DJK Eintracht Allersberg führten das Stück „Suche Mann für meine bessere Hälfte“ auf.

ALLERSBERG - Tosender Applaus belohnte die Spielerinnen und Spieler der gemeinsamen Theateraufführungen von Kolping und DJK Eintracht im Saal des Kolpinghauses, schließlich hatten sie vor Kurzem den Besuchern einen heiteren und vergnüglichen Abend beschert.

Die Darsteller glänzten in ihren Rollen. Michaela Heim avancierte dabei wieder einmal zum Publikumsliebling. Gespielt wurde das Stück „Suche Mann für meine bessere Hälfte“. Regie des nahezu dreistündigen Spektakels führte Gerhard Schöll. Das Stück war gespickt von Gags und urkomischen Szenen. Wenngleich bäuerliche Lustspiele nicht nach Jedermanns Geschmack sind, sie lenken jedoch ab vom tristen und oft genug schweren Alltag und bringen die Besucher für einige Stunden auf andere und leichte Gedanken, die auch der Seele guttun.

Zum Inhalt: Der ach so schwer erkrankte Bauer Max (dargestellt von Lucas Wild), der zwei Akte lang sein altes Nachthemd mit Zipfelmütze an hatte, hielt den ganzen Bauernhof in Atem, besonders seine besorgte junge Ehefrau Rosa (Anja Dziallas, Geburtsname Schöll) und die Tante Irmi (Michaela Heim). Letztere attestierte ihm Schweinegrippe oder Fußpilz auf der Zunge. Er selbst mutmaßte, nachdem er ein Gespräch zwischen der Gemeindeschwester Agathe (Stephanie Hökel) und dem Altbauern Franz (Elmar Hirscheider) belauscht hatte, als Krankheit die Maul- und Klauenseuche. Tatsächlich war der Zuchteber gemeint, den der hinterhältige Viehhändler Anton (Christian Kokesch) viel zu teuer dem Max verkauft hatte.

Rosa und Franz sind bemüht, auf dem Bauernhof das normale Leben aufrechtzuerhalten, denn der Max ist auch beim Aufziehen eines Gewitters über dem Lampersdorfer Buug nicht bereit, bei der Heuernte mitzuhelfen. Er muss vielmehr das Bett hüten und sah schon den Boandlkramer auf sich zukommen.

Turbulent war das Geschehen auf der Bühne. Am Ende jedoch gab es ein Happy End - begleitet von tosendem Applaus.
Foto: Reinhold Mücke

Franz und Rosa arbeiten sich wie auch die oftmals etwas vorlaute Magd Bruni (Rabea Streichert) die Finger wund. Niemand aber wusste Rat, wie dem Bauern zu helfen sei. Der aber ist besorgt um seine „Bald-Witwe“ und empfiehlt seinem „Freund“ Anton - der schon länger ein Auge auf Rose geworfen hatte - sich nach seinem Tod um diese zu kümmern. Agathe jedoch durchschaut Max und schmiedet mit der Rosa und dem Altbauern ein Komplott, wie sie den Anton hereinlegen können. An Geld mangelt es bei diesem ja nicht, und so zahlt er die neue Melkmaschine als vorgezogenes Hochzeitsgeschenk und wäre zu manch anderem noch bereit, bis der Bauer aufgrund einer Blutentnahme durch Agathe und deren Untersuchungsergebnis doch begreift, dass er eigentlich kerngesund ist.

Plötzlich wird aus dem „Wasch- und Jammerlappen“ wieder ein unternehmungslustiger Bauer. Dem Viehhändler jedoch ist das Mithelfen auf dem Bauernhof zu anstrengend.

Am Ende gibt es ein Happy End - und vor allem tosenden Applaus für die Darsteller, die für vier äußerst kurzweilige Vorstellungen sorgten, die alle nahezu ausverkauft waren.

Was die Laienspielgruppe trotz des Erfolges plagt: „Nachwuchs ist gesucht und jederzeit herzlich willkommen“, wie es Gerhard Schöll sagte. Wer Interesse hat am Mitwirken, sollte sich mit ihm oder mit jedem anderen der Darsteller in Verbindung setzen.

REINHOLD MÜCKE


Bericht aus der Hilpoltsteiner Zeitung vom 13. Dezember 2023